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Gründe & Ziele von Aktivitäten in der Stadtgestaltung
"Wieso dieses Engagement in der Stadtentwicklung ? - MALZ ist doch eine Erwerbsloseninitiative." Diese Frage wird nicht selten gestellt und soll in diesem Beitrag erläutertet werden.
Grundsätzlich, so die Initiative, sind Erwerbslose Bürger und Bürgerinnen der Stadt wie alle anderen - genauso wie auch andere sozial Benachteiligte. Der Anteil an der Bevölkerung Mindens ist groß, steigt tendenziell sogar noch.
Weblinks:
NACHTRAG - BITTE BEACHTEN
Erwerbsloseninitiative --- Stadtentwicklung

Sicher, MALZ ist eine Erwerbsloseninitiative. ALG2-Beratung, Frühstückstreff und einiges mehr sind die Aufgaben von Mitgliedern und Verein.
Dabei gäbe es in der Erwerbslosigkeit noch sehr viel mehr zu tun, um mindestens zu einem Stand zu kommen, daß Betroffenen in Minden ein einfaches Leben in Würde möglich wird.

"Derzeit ist das definitiv nicht so," so die Erkenntnis seit Einführung der sog. Arbeitsmarktreformen. Auch daran abzulesen, daß jetzt die Konstruktion Pro Arbeit / Komjob aufgegeben wird.
"Außerdem gibt es neben den Erwerbslosen weitere sozial benachteiligte Gruppen."
Gemeint sind hier die nicht-erwerbsfähigen BezieherInnen von Grundsicherung nach SGB XII, was der früheren Sozialhilfe entspricht, SeniorInnen mit geringen Einkünften sowie vor allem Obdachlose und alle die völlig aus dem Leistungsbezug herausgefallen sind.

Soziale Benachteiligung: Auch bei den RentnerInnen wächst die Zahl
Soziale Benachteiligung: Auch bei den RentnerInnen wächst die Zahl
Soziale Benachteiligte sind auch Bürger der Stadt!

Dabei gibt sowohl relevante Lebensbereiche als auch hauptbetroffene Stadtbezirke, in denen sowohl für die genannten benachteiligten Menschen als auch im Sinne einer gesunden, nachhaltigen Entwicklung der Stadt Minden gehandelt werden sollte und nach unserer Meinung vernünftigerweise auch muß.
Ein praktisches Beispiel sei hier genannt. Aufgaben von der Größe und Bedeutung kann MALZ aber keineswegs selbst stemmen. Aufgrund von Bedeutung und Dringlichkeit für Minden also ein Fall für die aktuell anstehende Stadtentwicklung .....

'Armut trotz Arbeit' - eine Kampagne von DGB und Teilgewerkschaften
'Armut trotz Arbeit' - eine Kampagne von DGB und Teilgewerkschaften
Minden hat aktuell ca. 83.000 EinwohnerInnen

Die Zahl der sozial Benachteiligten insgesamt im Bundesgebiet ist erschreckend hoch und steigt aufgrund von Kürzungsmentalität in sozialen Versorgungsbereichen tendenziell weiter.
Beispielhaft seien hier die SeniorInnen in Altersarmut genannt, deren Zahl durch jahrelange Nullrunden bzw. viel zu geringe Rentenanpassungen permanent steigt. Dazu kommt, daß immer mehr Menschen, die trotz Arbeit in Armut leben.
Einen Aktionstag mit dem Hintergrund wird es dazu in Minden übrigens Ende Mai geben.

Die Zahl der sozial Benachteiligten in Minden kennt MALZ nicht. Nach unserer Einschätzung dürfte er sich grob dem Niveau des Bundesdurchschnitts befinden. Orientiert man sich an den Erwerbslosenzahlen in ALG2, muß man von weit über 10.000 sozial Benachteiligten ausgehen, mögllicherweise an die 15.000 oder sogar darüber.
Der Bevölkerungsanteil in Minden insgesamt beträgt bei 83.000 EinwohnerInnen (Stand Ende 2006) somit geschätzte 15 - 18%, also etwa jeder siebente Bewohner Mindens, wobei der Anteil in vier Stadtteilen noch deutlich höher liegt, ablesbar am sog. Sozialatlas von Ende 2006 des Mindener Jugendamtes.


Zentrum für Soziokultur, vorgeschlagen ...
Zentrum für Soziokultur, vorgeschlagen ...
Minden muß wieder sozialer werden, .....

... das hatte auch Bürgermeister Michael Buhre im abgelaufenen Jahr mehrfach in ähnlicher Art öffentlich geäußert. Die Ansicht, daß sich "Minden als soziale Stadt zeigen müsse" können die Engagierten von MALZ ausdrücklich begrüßen.

Wie man sieht, sind zwar Vorstellungen und Ideen vorhanden, in denen aber die Initiative - meist mangels materieller Möglichkeiten - bisher nicht aktiv werden konnte. Dabei ist es aber keineswegs die Sache eines Vereins, die materiellen Veraussetzungen zu schaffen, sondern das ist eine gesellschaftliche Aufgabe - eine Aufgabe z.B. von Stadtentwicklung.


Weshalb sich MALZ von Beginn an auch bei dem Bürgerbegehren und jetzt auch in der Stadtentwicklung engagiert, wird somit deutlicher:
Nur mit breiten sozialen Angeboten mitten in der Gesellschaft und mitten im Innenstadtgebiet kann man den Folgen sozialer Benachteiligung insgesamt wirksam entgegnen. Schon das Konzept für ein selbstorganisiertes Arbeitslosenzentrum in der Innenstadt war ein solcher Ansatz. Heute aber sollte ein Zentrumsansatz allgemeiner formuliert werden, wie es MALZ im letzten Jahr mit der Initiative für ein Stadtteilzentrum und der Erweiterung der Idee auf Zentren in Bärenkämpen, Rodenbeck und Rechtes Weserufer getan hat.

Das aber ist ganz klar eine Größenordnung, die auf höchster Ebene anzusiedeln ist, eine Aufgabe für Stadtentwicklung & -gestaltung eben, für die Entwicklung der Innenstadt wie von ganz Minden.

... während Planungswerkstatt II
... während Planungswerkstatt II
Soziales Handeln in Stadtentwicklung einpassen

Die Hauptaufgabe dabei wird sein, notwendigen materiellen Einsatz - das muß nicht zwangsläufig zusätzliche finanzielle Ausgaben im sozialen Bereich der Stadt sein, in Stadtentwicklungsüberlegungen einzupassen.

"Wohlüberlegt ausgearbeitete soziale Angebote im Innen - und Stadtrandbereich, die eine nachhaltig belebende Gesamtwirkung den Innenstadtbereich ausüben, können gewinnbringend für die Entwicklung der Stadt sein, können mittelfristig mehr einbringen als sie kosten," so das Mitglied Detlef Müller von MALZ. "In diesem Sinn eine Investition in die Zukunft der Stadt."
In der modernen Entwicklung ist Stadtteilarbeit als erfolgversprechendes Werkzeug in der Stadtentwicklung ist.

Man erinnere sich an Stadtplaner Hamerla aus Düsseldorf bei der Auftaktveranstaltung zum Bürgerforum / Innenstadtforum. Er hatte dargelegt, daß es zu einem Wettbewerb der Regionen um die Menschen aufgrund rückläufiger Bevölkerungszahlen kommt wird.
Nach den Überlegungen von MALZ muß es demnach auch ein besonderes Ziel sein, die Lebensqualität der sozial Benachteiligten bei uns zu steigern. Auch die Lebensqualität dieser Menschen trägt damit dazu bei, ob Minden im regionalen Wettbewerb der Kommunen erfolgreich sein wird oder nicht.

Stadtbezirk Rodenbeck
Stadtbezirk Rodenbeck
Zum Verdeutlichen: Worst-Case Darstellung

Um zur Verdeutlichung einmal den Finger auf die Wunde zu legen, .. soziale Brennpunkte bergen mit Sicherheit eine hohe Gefahr, eine Stadt eher zum kommunalen Verlierer machen. Die Frage, welches größere Unternehmen sich in einer Stadt neu niederlässt, wo soziale Probleme offen im Stadtleben erlebbar sind, ist leicht zu beantworten - wohl eher nur Unternehmen, die bestenfalls billigst bezahlte Jobs schaffen, aber keine guten Dauerarbeitsplätze. Darauf aber kann und sollte wir hier verzichten.

Gute Unternehmen wiederum aber, die die auf Zuverlässigkeit und Verantwortung als Arbeitgeber und wie als Gewerbesteuerzahler setzen, suchen sich Städte aus, "wo die Welt in Ordnung ist". Das gesellschaftliche Umfeld ist bei der Standortwahl von größeren und Großunternehmen eben ein wichtiges Kriterium geworden.

Dann bringen wir die Welt bei uns in der Kreisstadt Minden doch in Ordnung!
Das wäre die beste Strategie.

Soziales Handeln - ein stadtplanerisches Muß

Damit ist es durchaus nicht nur menschlich und sozial, die Lebenssituation von Betroffenen durch soziale Angebote signifikant zu verbessern, sondern auch ein stadtplanerisches Muß. Auch, und gerade weil die Frage nach sozialen Angeboten dabei bisher gern verdrängt worden ist.
Soziales Denken und Handeln ist nunmal "der Kitt, der die Gesellschaft zusammenhält" - dessen sollte man sich die MindenerInnen bewußt sein.

Würde man die sozial Benachteiligten insgesamt als eine bedeutende Gruppe unter den Einwohnern von notwendigen Maßnahmen ausklammern, hätte das schlimme Folgen für die Qualität von Stadtentwicklung in Minden. Nachhaltig könnte man das nicht mehr nennen, der Begriff Nachhaltigkeit in Mindens Stadtgestaltung wäre in dem Fall nur Makulatur.


Unser Minden muß auch für alle Gruppen sozial benachteiligter Menschen "stadtgeplant" werden ...



INFOS

Die Webseiten von MALZ zu den Themen Erwerbslosigkeit, soziale Benachteiligung und Gesundheit .....

Webseite - MALZ für ein soziales Minden

Webseite - MALZ - Die Webseite

Webseite - MALZ - Die Gesundheitsseite



NACHTRAG - BITTE BEACHTEN

Diese grundsätzliche Stellungnahme zum Thema Stadtentwicklung in der Minden Innenstadt ist unabhängig von einer eventuellen Teilnahme des Vereins MALZ e.V. am Bürgerforum / Innenstadtforum.

Über eine Beteiligung der Erwerbsloseninitiative ist bisher noch nicht in einer Mitgliederversammlung entschieden worden.


NACHTRAG:
Auf der Mitgliederversammlung am 4. Mai 2008 hat MALZ die Teilnahme am Innenstadtforum entschieden.



Erwerbsloseninitative MALZ
Detlef Müller, Webmaster



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Aktualisiert Sonntag, 01. Juni 2008    572  Mal gelesen

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